Es gibt unzählige Blogs von westlich geprägten Bewohnern von Tokyo. Einige von ihnen beschreiben mit viel Feingefühl die kleinen Dinge des Alltags, die von den Japanern sehr gepflegt werden. Details, denen so viel Beachtung geschenkt wird, dass wohl manchmal auch der Überblick verloren geht. Manchmal zum Staunen, zum Schmunzeln oder gar Bewundern.
Anstatt selbst was zu schreiben, liste ich hier mal einige Favoriten auf. Teil des Bloggens ist schliesslich auch, die Leser auf weiter Quellen der Blogosphäre aufmerksam zu machen.
Eine Schweizer Familie in Tokyo:
1. Was zu Hause grün war, ist hier plötzlich rot, und umgekehrt
2. Leben im Restaurant
3. Bento, der japanische Fastfood (und auch noch den passenden Tagimagi-Artikel)
4. Verklemmtes Japan
5. Dekoden, der Handyschmuck
6. Der gelbe Blindenstreifen quer durch ganz Japan
Martin aus Karlsruhe in Tokyo:
1. Hokkaido, weit im Norden Japans
2. Konbini, der kleine Laden für alles. Und überall.
3. Manieren im öffentlichen Verkehr
Loretta aus Zürich in Kyoto:
1. Japanische Gesichter
2. Zufälligkeiten zwischen Beton und Bonsai
Sonntag, 7. Juni 2009
Sonntag, 17. Mai 2009
Mit dem Schrein durch die Gassen
Die Japaner besuchen zu verschiedenen Gelegenheiten buddhistische Tempel und shintoistische Schreine. In den Tempeln wird der Lehrer Buddha verehrt und angebetet. In den Schreinen allerdings wohnen die Gotteswesen ("Kami") selbst in animistischer Tradition, im einen der fürs Geld, die Schule oder für die Liebe.
Die tragbaren Schreine ("Mikoshi" 神輿, wörtlich: „Göttersänfte“) sind tragbare Shintō-Schreine, in denen die Kami mittels eines im Mikoshi eingelagerten Shintai reisen.
Der Mikoshi mit seinem reich verzierten Dach wird bei japanischen Volksfesten ("Matsuri") von jungen Männern und Frauen mit Hilfe zweier waagerechter Tragbalken getragen. Die Träger stemmen sich unter die Balken und tragen es mit lauten, rhythmischen Rufen durch die Straßen (klicke aufs Video).
Diese Festivals finden in verschiedenen Quartieren statt; ein sehr grossen davon ist in Kanda, im Osten Tokyo's. Einerseits bringen sie der Nachbarschaft Glück, andererseits sollen sie aber auch der Errichtung des Shogunats gedenken, das Tokyo (unter dem Namen "Edo") zur Hauptstadt machte anstatt Kyoto.
Durch eine Studentenorganisation erhielt ich die einmalige Möglichkeit, aktiv am Festival des Quartiers "Iwamoto-cho" teilzunehmen. Zuerst mussten wir uns traditionell einkleiden, von den weissen Tabi-Socken bis zum Obi-Gürtel, dann wurden wir von einem sog. "Mikoshi Meister" kurz (auf Japanisch) in die Kunst des Schreintragens eingeführt und schon ging es los. In kleinen, rhythmischen Schritten, die Querbalken des mehr als eine Halbe Tonne wiegenden Schreins auf den Schultern gelagert (klicke unten aufs Fotoalbum). Dazu wird gesungen, gerufen, ja gar gestöhnt. V.a. das Hochstemmen ist für grosse Leute (wozu ich mich zähle) wirklich anstrengend und verspricht Schulterschmerzen.
Die Erfahrung war unglaublich. Unglaublich Japanisch. Aber man findet nicht so einfach heraus, warum man diesen Schrein jetzt durch die Strassen trägt. ;)
Die tragbaren Schreine ("Mikoshi" 神輿, wörtlich: „Göttersänfte“) sind tragbare Shintō-Schreine, in denen die Kami mittels eines im Mikoshi eingelagerten Shintai reisen.
Der Mikoshi mit seinem reich verzierten Dach wird bei japanischen Volksfesten ("Matsuri") von jungen Männern und Frauen mit Hilfe zweier waagerechter Tragbalken getragen. Die Träger stemmen sich unter die Balken und tragen es mit lauten, rhythmischen Rufen durch die Straßen (klicke aufs Video).
Diese Festivals finden in verschiedenen Quartieren statt; ein sehr grossen davon ist in Kanda, im Osten Tokyo's. Einerseits bringen sie der Nachbarschaft Glück, andererseits sollen sie aber auch der Errichtung des Shogunats gedenken, das Tokyo (unter dem Namen "Edo") zur Hauptstadt machte anstatt Kyoto.
Durch eine Studentenorganisation erhielt ich die einmalige Möglichkeit, aktiv am Festival des Quartiers "Iwamoto-cho" teilzunehmen. Zuerst mussten wir uns traditionell einkleiden, von den weissen Tabi-Socken bis zum Obi-Gürtel, dann wurden wir von einem sog. "Mikoshi Meister" kurz (auf Japanisch) in die Kunst des Schreintragens eingeführt und schon ging es los. In kleinen, rhythmischen Schritten, die Querbalken des mehr als eine Halbe Tonne wiegenden Schreins auf den Schultern gelagert (klicke unten aufs Fotoalbum). Dazu wird gesungen, gerufen, ja gar gestöhnt. V.a. das Hochstemmen ist für grosse Leute (wozu ich mich zähle) wirklich anstrengend und verspricht Schulterschmerzen.
Die Erfahrung war unglaublich. Unglaublich Japanisch. Aber man findet nicht so einfach heraus, warum man diesen Schrein jetzt durch die Strassen trägt. ;)
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| Von JP-Mikoshi |
Labels:
Kanda Festival,
Matsuri,
Mikoshi
Donnerstag, 23. April 2009
Kirschblüten
Während meiner Reise durch Kambodscha informierte ich mich stets über die Reife der Kirschblüten in Japan. In Japanischen Medien wird laufend berichtet, wo and wann die erste Blüte aufbrechen könnte und wie diese Front anschliessend über die Insel ziehen wird. Denn dieser Zeitpunkt ist einer der schönsten in Japan. Es ist nicht einfach ein Naturereignis, sondern viel mehr ein gesellschaftlicher Anlass. So verkürzte ich meinen Aufenthalt im sympathischen Kuala Lumpur auf einen Tag und kehrte am letzten Sonntagmorgen im März nach Tokyo zurück.
Das Fest heisst 'Hanami' (お花見 - Kirschblüten bestaunen). Ganz Japan strömt in einer Kolonne in die Stadtparks von denen einige als besonders geeignet gelten um die 'Sakura' (桜 - Kirschblüte) zu bewundern. In Gruppen wird organisiert, wer eine blaue Picknickmatte, wer Snacks (z.T. auch aus Kirschblüten hergestellt) und Getränke mitbringt. Grosse Gruppen haben gar ein Megaphon dabei! Ein Fotoapparat hat natürlich jeder dabei. Ein Bildmotiv, so japanisch wie der verschneite Vulkankegel des Fuji-san.
Vor der Picknickmatte werden die Schuhe ausgezogen, der Alkohol ausgebreitet und getrunken. Erst noch gemächlich, aber beständig. Wenn die selbst die letzten Sonnenstrahlen die Baumkronen nicht mehr beleuchten mögen, zieht der Strom von Menschen wieder langsam, friedlich und freudig torkelnd zur U-Bahn zurück.
Oder wieso nicht noch eine Runde Karaoke?
So verbrachte ich meine erste Woche zurück in meiner neuen Heimat Tokyo. Eine wunderbare Woche. Danach begann das Semester und die Blüten fielen schon bald von den Bäumen. Eine weitere Woche und der Zauber ist vorbei.
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| Von JP-Hanami |
Das Fest heisst 'Hanami' (お花見 - Kirschblüten bestaunen). Ganz Japan strömt in einer Kolonne in die Stadtparks von denen einige als besonders geeignet gelten um die 'Sakura' (桜 - Kirschblüte) zu bewundern. In Gruppen wird organisiert, wer eine blaue Picknickmatte, wer Snacks (z.T. auch aus Kirschblüten hergestellt) und Getränke mitbringt. Grosse Gruppen haben gar ein Megaphon dabei! Ein Fotoapparat hat natürlich jeder dabei. Ein Bildmotiv, so japanisch wie der verschneite Vulkankegel des Fuji-san.
Vor der Picknickmatte werden die Schuhe ausgezogen, der Alkohol ausgebreitet und getrunken. Erst noch gemächlich, aber beständig. Wenn die selbst die letzten Sonnenstrahlen die Baumkronen nicht mehr beleuchten mögen, zieht der Strom von Menschen wieder langsam, friedlich und freudig torkelnd zur U-Bahn zurück.
Oder wieso nicht noch eine Runde Karaoke?
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| Von JP-Hanami |
So verbrachte ich meine erste Woche zurück in meiner neuen Heimat Tokyo. Eine wunderbare Woche. Danach begann das Semester und die Blüten fielen schon bald von den Bäumen. Eine weitere Woche und der Zauber ist vorbei.
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